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Zukunft der
Philipp-Nicolai-Kirche
Am Sonntag, dem 27.09.2026 fand auf Einladung der Gemeindeleitung eine Gemeindeversammlung in der Philipp-Nicolai-Kirche statt, in der über die Planungen für die Zukunft der Gebäude und des Grundstücks am Philipp-Nicolai-Platz informiert wurde. Vertreter von Kirchengemeinde, Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen und Stiftung "Kirche mit Zukunft" erklärten die Pläne.
Das Presbyterium hatte ja schon vor über drei Jahren schweren Herzens beschlossen, sich von zwei der drei Kirchengebäude zu trennen (s. unten: "Neues Gebäudekonzept"), darunter die Philipp-Nicolai-Kirche. Nun eröffnet sich die Möglichkeit, tatsächlich eine diakonische bzw. soziale Nachnutzung des Kirchgebäudes herbeizuführen bei Erhalt der äußeren Form der Kirche.
Dort soll ein neuartiges INSEL-Gewaltschutzzentrum entstehen, ein Frauenhaus mit Beratungs- und und Unterbringungsmöglichkeiten für betroffene Menschen - alles unter einem Dach. Dazu soll eine Zwischendecke in die Kirche eingebaut und Kleinwohnungen geschaffen werden.
Das Diakonische Werk im Kirchenkreis Recklinghausen wird sich mit einem Neubau an der Straße an dem neuen Campus beteiligen. "Gleich um die Ecke" sind ja bereits die Werkstätten und verschiedene Einrichtungen und Wohngruppen der Ev. Jugendhilfe Recklinghausen Ambulant in der Alten Grenzstraße sowie Overberg-, und König-Ludwig-Straße zuhause. Nun soll ein weiteres Gebäude auf dem Philipp-Nicolai-Platz dazukommen.
Die Gemeinde verabschiedet sich von der Philipp-Nicolai-Kirche in einem Entwidmungsgottesdienst am Sonntag, dem 10.01.2027 um 11.15 Uhr.
Jemand hat schon vor einigen Monaten formuliert: "Die Trauer ist da, aber die Kita und die Gemeindegruppen bleiben“; denn der Kindergarten bleibt unangetastet und das ehemalige Pfarrhaus von Pfarrer Roch wird ein neues Zuhause für die Gruppen "vor Ort".
So ist auch die dritte Vorgabe des Presbyteriumsbschlusses für die Philipp-Nicolai-Kirche erfüllt.
Neues Gebäudekonzept der Evangelischen Kirchengemeinde Recklinghausen-Süd
Das Presbyterium (die Gemeindeleitung) der Evangelischen Kirchengemeinde Recklinghausen-Süd hat sich im Jahr 2023 (wie auch schon in den Jahren zuvor) Gedanken über die Zukunft ihres umfangreichen Gebäudebestandes gemacht. Viele Dinge verändern sich in den Kirchen. Die Zahl der Menschen, die sich zu den christlichen Gemeinden zählen, wird geringer. Gleichzeitig stehen immer weniger Finanzmittel zur Verfügung. Diese Tendenz wird sich in den nächsten Jahren nach menschlichem Ermessen fortsetzen und vielleicht noch verschärfen.
Aus diesem Grund hat sich das Presbyterium im Recklinghäuser Süden schweren Herzens dazu entschlossen, zwei der Standorte in absehbarer Zukunft einer neuen Nutzung zuzuführen. Es handelt sich um die Reformationskirche mit Gemeindehaus und ehemaligem Pfarrhaus, sowie die Philipp-Nicolai-Kirche samt Gemeinderäumen im Untergeschoss und das Pfarrhaus am Philipp-Nicolai-Platz. Einzig der Standort rund um die Lutherkirche an der Bochumer Straße – immerhin die zweitälteste evangelische Kirche in Recklinghausen – bleibt erhalten.
Pfarrer Dietmar Schorstein bringt die Stimmung im Presbyterium auf den Punkt: „Dieser Schritt fällt uns sehr schwer. Kirchen und Gemeindehäuser zu eröffnen, wie z.B. in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg, ist natürlich viel schöner, als welche zu schließen. Aber die Zeiten haben sich geändert. Die Entscheidung war wirklich nicht leicht, fiel aber im Presbyterium einstimmig.“
Bestandteil des Beschlusses des Presbyteriums ist allerdings auch folgendes, wie Pfarrer Martin Janus betont:
„Es soll weiterhin die Möglichkeit bestehen, dass sich Gruppen bis ca. 40 Personen an der Pestalozzistraße und am Philipp-Nicolai-Platz treffen und auch Gottesdienst feiern.
Die Kirchgebäude sollen nach Möglichkeit erhalten bleiben, auch wenn sie eine andere Nutzung erhalten.
Und die neue Nutzung der Standorte soll einen sozialen bzw. diakonischen Charakter haben.“
Und Pfarrer Heinz-Jürgen Roch unterstreicht: „Wir wollen mit Gruppen, Kreisen, Chören und Gottesdiensten auch in Hochlarmark und in der ECA-Siedlung/König Ludwig durch ein aktives Gemeindeleben „vor Ort“ präsent bleiben.“
Aktuell finden Gespräche mit möglichen Investoren statt.